Hintergründe zum Drama der Klassik

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Drama der Klassik


- Vorbild: Antike
o Anlehnung an aristotelische Poetologie (unter Beachtung zeitgemäßer Änderungen)
o Theorie von einer harmonischen Ordnung, in die der antike Mensch eingebettet gewesen sei

- Streben nach dem Gattungs- und Gesetzmäßigen
o Setzen von Normen, Kunst als perfekte Umsetzung dieser Normen
o Beispiele:
 Goethe: "Das Märchen", "Novelle" als Titel eines typischen Märchens bzw. Novelle
 "Balladen-Winter": Reiz der Gestaltung mustergültiger Balladen

- Erkennen des Überdauernden hinter dem Zufälligen, des Typischen hinter dem Allgemeinen, des gleichnishaften Wesens des Einzelnen

- Formprinzipien:
o Klarheit, Einfachheit, Ordnung, Maß, Gleichgewicht, Harmonie
o Geschlossenheit des Stiles
o Bevorzugung des geschlossenen Stiles des Dramas
o Bedeutung der kunstvollen äußeren Form
o Harmonische Wechselwirkung von Ganzem und den Teilen
o Aufhebung der Naturwirklichkeit zugunsten einer höheren Kunstwahrheit
o Ordnungsprinzipien als Pendant der göttlichen Weltordnung

- Menschenbild:
o Gehobenheit, Ausgewogenheit
o Humanität im Einklang mit Natur und soz. Umfeld
o Einfügen in Welt- und Lebensordnung (Wilhelm Meister)
o Mensch einbezogen in die Urpolarität alles Seins: Als Teil wirkend im Ganzen
o Ideal vom edlen und guten Menschen (Absage an Anarchisches d. Sturm u. Drang)
o Idealismus: Glaube an das Gute, das im Menschen angelegt ist, Umsetzung dieses Glaubens auf der Bühne
o idealistische Überformung der Realität: Stilisierung
o Vertrauen auf die moralische Wirkung dieses Menschenbildes auf den Zuschauer

- Sprache:
o Dämpfung
o Distanzierung
o Formung und Stilisierung
o Vers, hohe Sprache: keine Kraftausdrücke, keine Mundart, rhetorische Durchformung und Dichte, antike rhetorische Stilmittel
o Gelingen der Kommunikation (Gegensatz zum mod. Drama)
o Bedeutung der Symbolik

- Theater:
o seit 1791 Leitung des Weimarer Hoftheaters durch Goethe
o ab 1798 Mitwirkung Schillers
o Intention: praktische Umsetzung d. klassisch-idealen Dramaturgie
o Erste Schule für Schauspieler: Goethe: "Regeln für Schauspieler" (1803)


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